Das Interview mit Frau Stackelberg, der Frau fürs Selbstbewusstsein

Frau Stackelberg habe ich auf der Twitter-Plattform kennen gelernt. Selbst durfte ich in ihren zweiten Ratgeber “Angstfrei arbeiten” reinschauen und war von ihrer Sichtweise und Schreibe begeistert. Aus diesem Grunde habe ich sie gefragt, ob sie nicht in meinem Blog etwas über das große Thema “Angst” berichten möchte.

Und hier hat sich Frau Stackelberg meinen Angstfragen gestellt:

Frau Stackelberg, kürzlich ist Ihr zweiter Ratgeber “Angstfrei arbeiten” erschienen. Sie hatten im wahrsten Sinne des Wortes keine Angst dieses Thema zu veröffentlichen. Wie erleben Sie das Phänomen „Angst“ bei sich selbst?
Wie Sie es richtig bemerken: Ich habe nicht wirklich Angst vor der Angst. Sicher, ich mag sie nicht besonders und lebe lieber ohne sie. Sie ist dunkel, schmerzhaft, sie hemmt und lähmt.
Aber im Laufe meines Lebens habe ich begriffen: Sie hat auch eine wichtige Funktion, sie will mir etwas sagen. Wenn ich davor dann weglaufe, mich verschließe, Angst habe, hinzuschauen: Dann wirds entweder noch anstrengender, weil ich mich dann in blinden Aktionismus oder Ablenkung flüchte. Oder mir entgeht die Chance und Hilfe, die in der Angst steckt.
Ich hatte schon sehr viele Ängste – kleinere und große, Existenzangst, Angst vor Verlust eines geliebten Menschen, aber auch Selbstzweifel kenne ich gut. Und ich weiss inzwischen, dass ich gestärkt daraus hervorgehe! Dass ich letztendlich lebenstüchtiger werde durch die durchlittenen und bewältigten Ängste, ich bin gewappneter und kann mir immer besser selbst beistehen bei Ängsten.
Was meinen Sie, welche Angst könnte unsere Baukunden begleiten, ohne dass diese direkt ausgesprochen wird?

Was meinen Sie, welche Angst könnten unsere Baukunden begleiten, ohne dass diese direkt ausgesprochen wird?
Nun, ich vermute, dass diese Ängste gar nicht so unterschiedlich sind zu anderen Branchen. Wenn wir wirklich echte Ängste haben, so sind dies immer recht ähnlich: Existenzangst, die Angst, es nicht zu schaffen, zu scheitern, jemanden oder etwas zu verlieren. Urängste sozusagen. Und hier liegt gleichzeitig auch eine ganz große Chance: Wenn wir den Mut aufbringen, ein wenig mehr als sonst über unsere Ängste zu reden, sie herauszuholen aus der Tabuzone – dann würden wir merken: Es geht vielen so. Nicht überall ist es so rosig, wie es scheint. Auch andere haben Ängste und Zweifel. Dieser scheinbar so abgedroschene Spruch “Geteiltes Leid ist halbes Leid” – es ist viel Wahres dran!
Wenn ich sehe, auch andere haben Ängste – Menschen vielleicht sogar, von denen ich es nie für möglich gehalten habe – dann bin ich nicht mehr so allein damit. Das nimmt mir zwar nicht gleich die Angst – aber es erleichtert ein wenig.
Suchen Sie sich vertrauenswürdige Menschen aus und lassen Sie ein wenig in sich hineinblicken – reden Sie über Ihre Ängste und machen Sie so auch anderen Mut, darüber zu reden. Wenn wir eine Gesellschaft hätten, wo Angst, Zweifel und Sorgen nicht solche Tabus wären, dann wäre einiges leichter. Fangen wir damit an!

Und was wäre das Leben/Business ohne Angst?
Zuerst einmal: Eine, wie ich finde, recht unrealistische Vorstellung. Angst gabs immer schon, seit Herrn und Frau Neandertal. Ohne Angst bzw. Furcht würden wir schon längst nicht mehr existieren, weil uns damals schon die Säbelzahntiger aufgefressen hätten :-)
Wir können aber dafür sorgen, dass wir der Angst weniger Raum in unserem Leben geben, vor allem der übertriebenen. Dafür gilt: Schauen Sie genau hin, machen Sie sozusagen den “reality check”: Ist es wirklich realistisch, dass Sie gleich unter der Brücke schlafen müssen, weil ein dicker Auftrag geplatzt ist? War die verlorene Liebe wirklich das einzig Wichtige in Ihrem Leben? Ist das anstehende Gespräch mit dem Chef wirklich so furchteinflößend? Sind Sie wirklich nicht imstande, eine schwere Situation zu meistern?
Schauen Sie ehrlich und selbstbewusst hin und werden Sie dann aktiv! Kommen Sie raus aus der “ich kann nicht” Opferrolle und nehmen Sie Ihr Glück und ein Leben mit weniger Angst selbst in die Hand.
Seien Sie selbstbewusst! Das bedeutet auch: Sehen Sie Ihre Stärken! Erinnern Sie sich daran, wieviele schwere Phasen in Ihrem Leben Sie schon gemeistert haben, wieviele Ängste schon überwunden. Vertrauen Sie sich selbst ein Stück mehr!

Frau Stackelberg, vielen herzlichen Dank für Ihre offenen und ermutigenden Worte.

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3 Kommentare

  1. Nada sagt:

    Interessanter Beitrag. Sicher nicht verkehrt, sich damit im detail auseinander zusetzen. Ich werde bestimmt weitere Posts im Auge behalten.

  2. Anne sagt:

    Jo, ich vermisse hier auch den like Button. Oder nicht gefunden?

  3. heike.eberle sagt:

    Hallöschen,

    ja, I like Button – das kenne ich bei Facebook, hier leider nicht.
    Aber danke für Ihre wertschätzende Worte, das ist manchmal viel mehr Wert als nur ein Knopfdruck, oder?

    Wertschätzende Grüße
    Heike Eberle

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