Warum wir uns schwer tun, freundlich zu sein.

Geht es Ihnen auch so, dass Ihnen freundliche Gesichter besonders auffallen. Letzte Woche weilte ich in einem Wellnesshotel, bei dem mir besonders die Chefin auffiel: Sie stolzierte durch die Gänge und bei jeder Menschenbegegnung war da ein herzliches echtes Hallo! Fällt auf. Und begeistert auch. Erzählt man gerne weiter.

Ist ein freundliches Gesicht etwas Außerirdisches? Fakt ist: Ziehen Sie hierzuland durch die Lande, sehen Sie mehr grimmige Menschen wie Ihnen recht ist.

Ich habe mich darauf hin gefragt, woran das bloß liegt, dass wir uns im Allgemeinen so schwer tun, freundlich zu sein. Hier eine satirische Analyse:

1. Fehlende Grundeinstellung: Das Leben ist so hart und so schwer, es gibt einfach nichts zum Lachen. Zum Lachen geht man in den Keller, so oder so ähnlich haftet diesen Menschen ein negatives Manko an.

2. Situative Überforderung: Es gibt Tage, an denen einfach nichts rund läuft und dabei soll man noch freundlich und nett sein. Da sitze ich gerade vor einem Steuerbescheid, weiß vorne wie hinten nicht, was Sache ist und soll parallel zu meinen Kunden ein nettes Wort finden?

3. Stressbedingt: An allen Ecken und Enden fehlt es. Da rappelt das Telefon, am Tresen steht ein Kunde. Wie soll ich da noch einen Überblick behalten und bitte noch freundlich dreinblicken? Das ist zuviel verlangt.

4. Fehlende Wertschätzung: Wer sich nicht selbst schätzt, wie soll derjenige andere wertschätzen? Wer nicht selbst freundlich ist, kann auch keine freundliche Wesne anziehen. Die Wertschätzung ist ein Wert, der noch nie so richtig ausgelebt worden ist. Das hat noch richtig Potential.

5. Schleimspuren müssen nicht sein: Zu den “Schleimis” zu zählen, das kann ich mir wahrlich nicht leisten. Deshalb lasse ich es einfach gleich, freundlich auf Menschen zuzugehen.

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  5. Lachen Sie gerne?

3 Kommentare

  1. Sehr geehrte Frau Ebele,
    oh wie wahr was Sie schreiben. Die trüben und grimmigen Gesichter die einem den Tag über begegnen, lassen auch mich langsam an unseres als ein Land der Miesepeter glauben. “ich muss nicht lächeln, und Freundlichkeit gibt es nur, wenn es eine Grund gibt” Freundlichkeit und Wertschätzung dem Anderen gegenüber, egal ob Kunden oder Mitmenschen, ist doch kein Übel, was notwendigerweise erfüllt werden sollte. Es tut dann jedoch auffallend gut, wenn man im Zusammentreffen diese Miesepeter mit auffallender Freudlichkeit wie einem Lächeln oder einem “freundlichen Guten Morgen, ich hoffe es geht Ihnen gut” aus der schlechten Stimmung herausweckt. Wenigstens ein Lächeln ist dann meist die Antwort.
    Ich wünsche Ihnen viele freundliche Menschen (und Kunden) und für den Jahresstart 2012 alles Gute.
    Martin Möller

  2. Heike Eberle sagt:

    Lieber Herr Müller,

    schön, dass Sie das auch so empfinden. Zum Neujahrsempfang habe ich meinen Mitarbeiter einen herzlichen Startbrief in die Hand gedrückt, in dem ich jeweils die einzigartigen Stärken herausgestellt habe.

    Das stärkt sie und macht sie glücklicher. Im Innen wie im Außen.

    Ich wünsche auch Ihnen glückliche Menschen in Ihrem Umfeld und alles Gute für das neue Jahr.

    Und wenn Sie mal zwischendurch kräftig lachen wollen, rufen Sie mich doch einfach an,

    Herzlichst,
    Heike Eberle

  3. Liebe Frau Eberle,
    wie bei Ihnen mit dem “Herr” Ebele ist das bei mir mit dem “ü” im Möller.
    Das erste Lachen heute früh hatte ich bei Ihrer freudlichen Antwort und das zweite Lächeln bei der wunderbaren Idee mit dem Startbrief für Ihre Mitarbeiter. Ich habe zum Jahresabschluss ein ähnliches Dankesschreiben an jeden Mitarbeiter übergeben.
    Auf das Angebot des Anrufes werde ich bestimmt zurück kommen.
    Lächelnde Grüße,
    Martin Möller

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