Gitte Härter, eine lebenslustige Schreibnudel hat für uns einen dramatischen Tipp.

Seit ich Dich, liebe Gitte, kenne (seit 10 Jahren?) hast Du Dich stetig weiter entwickelt. Von selbstmarketing. de über unternehmenskick.de, schreibnudel.de und jetzt die Himbeerwerft.de. Phänomenal. Vom Coachen zum Schreiben und heuer zum „Bilder malen“. Wie hast Du Deine Talente erkannt und woher wusstest Du, wann der richtige Zeitpunkt ist, Deine Talente der ganzen Welt zu zeigen?

Stimmt! Wir kennen uns ja jetzt schon so lange. Wie schön. :-)

Da ich jemand bin, der viel Abwechslung braucht und gerne nach dem Lustprinzip arbeitet, nutze ich die Freiheiten, die mir die Selbstständigkeit bietet:

selbstmarketing.de war die Unternehmenswebsite meiner früheren Firma, die ich gemeinsam mit meiner Kollegin, Christine Öttl, zehn Jahre lang geführt hatte. Nach dieser Zeit hatten wir beide Lust auf Veränderung, darum habe ich die Website vom Netz genommen – was übrigens keine leichte Entscheidung war, denn sie war sehr bekannt und wir hatten uns Tausende von Stammlesern aufgebaut. Wir haben uns darum businessmäßig getrennt, und ich habe mich komplett aufs Schreiben spezialisiert: eigene Bücher, texten für meine Kunden und Buchcoachings.

unternehmenskick.de war ein Seitenprojekt, das wir seinerzeit mit Ralf Senftleben von zeitzuleben.de gegründet haben, und das ich seit einigen Jahren alleine weiterführe (und momentan auch wieder mal komplett umbaue).

Die Himbeerwerft habe ich als privates Blog nebenbei gestartet, weil ich auch was haben wollte, wo ich nicht immer nur Tipps geben „muss“.

Ich denke nicht in „Talente“ oder „Zeitpunkten“, sondern ich bleibe bei dem, was mir Spaß macht und schaffe ab, was ich nicht (mehr) machen will. So ergibt sich automatisch eine Entwicklung. Wenn ich etwas für mich gut genug – oder lustig genug – finde, dann traue ich mich damit auch raus. Dafür sind Blogs ja ideal: so kann man sich auch spaßeshalber austoben und ausprobieren.

Für Angebote, die ich über mein Business verkaufe, gelten natürlich  strengere Kriterien: Da biete ich immer nur an, was ich wirklich beherrsche.

Woher nimmst Du die ganze Power? Wo sind Deine Energiequellen?
Richtig Energiequellen von wegen auftanken und so, das habe ich gar nicht. Überhaupt bin ich ziemlich schlecht, was Pausen angeht. Ich bin einfach jemand, der gerne macht und tut. Außerdem fällt mir ständig irgendwas Tolles ein. Da ich von Haus aus viel Energie habe, gerade wenn mir was Spaß macht, ist also eher das Thema, mich zu bremsen.

Die interessantere Frage für mich ist: Was nimmt mir Energie? – Denn da merke ich schon mehr und mehr, dass ich mich von Energieräubern fernhalten muss.

Beim Business sorge ich da schon immer dafür: zum Beispiel, indem ich nur mit netten Menschen arbeite, auf Augenhöhe achte und nur Aufträge annehme, die mich selbst begeistern. Das macht viel aus. Ich merke auch, dass ich mehr meine Ruhe haben will, als früher. Darum ist in der Freizeit mein Maßstab auch immer meine Couch: „Habe ich mehr davon, wenn ich zu Hause auf der Couch sitze und mir eine schöne Serie anschaue?“ – Wenn ja, gehe ich nicht zu irgendwelchen Einladungen. Persönliche Kundenbesprechungen habe ich übrigens vor einigen Jahren auch abgeschafft: das kostet alles unnötige Zeit und Hin- und Herfahren, was auch nicht bezahlt wird. Darum arbeite ich nur noch per Internet und Telefon (war vorher aber schon mein Schwerpunkt).

Du bist ein sehr humorvoller Mensch, der gerne lacht, auch im stillen Kämmerlein. Das finde ich sehr spannend, denn die wenigsten können mit sich selbst lachen. Ist Dir dieser Wesenszug bewusst und wie gelingt es Dir immer wieder  – auch nach ärgerlichen Erlebnissen – mit dir selbst zu lachen?

Glücklicherweise ist dieser Wesenszug irgendwie angeboren, und meine Eltern und mein Bruder sind auch immer für einen Lacher gut, so dass ich auch lustig aufgewachsen bin.

Übrigens geht damit keineswegs einher, ständig ausgeglichen in die Welt zu lächeln. Ich kann mich ganz schnell ganz schön ärgeren, und so richtig aufregen. Aber auch schnell wieder runterkommen.

Da hilft es, realistisch zu sein: Gerade, wenn etwas gehörig schief läuft oder sonst in die Hose gegangen ist, geht das ja nicht weg, indem man heult und zähneknirscht. Auch da denke ich mir „Hilft ja nix“ und kremple lieber die Ärmel hoch, indem ich schaue, wie ich die Situation jetzt angehe. Nichtstun oder im Selbstmitleid versinken, bringen einen ja nicht weiter.

Ansonsten hilft enorm das Umfeld, und da schließt sich jetzt auch wieder der Businesskreis: Wenn mich was ärgert, kann ich wetten, dass die nächste E-Mail oder der nächste Anruf der kommt von einem meiner netten Kunden ist. Die sind in der Regel auch sehr lockerflockig und heitern mich dann automatisch auf oder bringen mich mit einer Bemerkung zum Lachen.

Oder ich nutze Blogbeiträge als Ventil: Das ist dann ein Win-Win. Ich bekomme meinen Ärger los und gleichzeitig entsteht ein konstruktiver Blogartikel.

So banal es klingt: Es ist schon eine Entscheidung, ob man bei blöden Sachen nur auf das Blöde guckt oder ob man sich der Situationskomik bewusst wird, die in einer Sache – oder der eigenen Reaktion – steckt. Ein guter Tipp für alle, die das noch nicht so können: Dramatisch werden! Also nicht jammern, sondern so RICHTIG laut wehklagen. Oder wenn man jemandem über eine gemeine Person berichtet, dann so richtig übertreiben. Da zieht es einem dann oft automatisch die Mundwinkel auseinander …

Herzlichen Dank an Dich, Gitte. Mehr über Gitte Härter finden Sie unter Unternehmenskick, Schreibnudel und Himbeerwerft. Wer auf Gittes Schreibnudel einen Blick riskieren möchte, findet hier den Link.

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